Russlands neuer Reichtum

Sicher, das Land wird nicht ewig von Öl und Gas leben können. Aber mit seinem riesigen Territorium hat es noch etwas Anderes zu bieten – und das ist viel wertvoller.

Es hat sich zu einem beliebten Spiel entwickelt, Russland mittelfristig den unweigerlichen Niedergang zu prophezeihen: Ökonomisch sei es viel zu sehr vom Öl- und Gasexport abhängig, und sobald deren Weltmarktpreise und schließlich klimabedingt auch die Nachfrage nachließen, werde der scheinbare Aufschwung der letzten Jahre sich in Luft auflösen und endgültig einem Absinken auf den Status eines Entwicklungslandes Platz machen. Zwar bemühe sich Moskau mindestens seit dem Amtsantritt Putins um eine Diversifizierung und Modernisierung seiner Wirtschaft, doch seien auch nach 15 Jahren keine Erfolge dieser Strategie feststellbar, die Abhängigkeit von Importen aus Europa und Asien sogar noch gewachsen.

Es kann durchaus angezweifelt werden, dass der anvisierte Umbau der Wirtschaft tatsächlich so erfolglos ist wie behauptet, was sich nicht nur an der Produktion modernster Waffensysteme, sondern auch an Fortschritten im Bereich der Biotechnologie festmachen lässt, doch darum soll es hier nicht gehen. Denn die Untergangspropheten vergessen eine viel wichtigere Zukunftsressource, dank derer Russlands wirtschaftliches Überleben langfristig gesichert sein dürfte: Ackerland.

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